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Die "Firmware" in den Drives.

Die DLT Technik von der ehemaligen Digital Equipment Corp. hatte nur deshalb mit so wenig Mechanik problemlos funktioniert, weil man die damaligen beiden Servo-Antriebs-Motoren endlich mit einer auf dem Drive befindlichen Software (der Firmware) sauber (das steht für intelligent) und "digital" steuern konnte.

Andere Hersteller hatten das damals mit einem einzigen Motor und einer Gummirolle bzw. noch "einfacheren" = schlimmeren Konstruktionen gemacht. Bei der damaligen Bandgeschwindigkeit hatte das vermutlich gereicht.

Diese (interne) Firmware wird von außen über den SCSI Bus mit den altbekannten SCSI Tape- Steuer- Befehlen "beauftragt" und muß diese Befehle übersetzen und ausführen.

Die einfachsten Befehle sind :

Spule an den Anfang zurück "BOT = goto begin of tape" oder "EOT = goto end of tape" oder "write data", "read data" oder "write filemark" usw.

Da gibt es viele Bücher drüber, wie das im Einzelnen wirklich geht. Die ganz alten sogenannten "open reel tape drives" konnten das auch schon, nur bei weitem nicht so perfekt, wie es die DEC Ingenieure umgesetzt hatten. Wie gesagt, es war 1984 und 20 Megabyte war riesig viel. Wir haben so ein TK50 zum Reinschauen und Fotografieren bekommen, so wie es damals war.

 

Als nächstes mußte auch die Anwender-Software mitziehen und da gab es für uns kleine EDV-ler z.B. Arcserve 2.0 für CPM bzw. später dann für DOS 3.3. Das lief mit den damals gängigen QIC2 Bandgeräten und auch mit allen "ASPI" kompatiblen SCSI Controllern und Bandgeräten. Wir waren damals nicht verwöhnt und es lief zufriedenstellend und man bekam seine Daten auch wieder runter.

Damals war das alles gigantisch . . . .

Auf den (für die damalige Zeit) ganz großen Rechnern (IBM 360) mit riesigen 14" 300MB oder 600MB Plattenstapeln gab es ganz wilde selbstgebaute Konstrukte von Datensicherungs-Software, über die wir damals schon gelächelt hatten und heute nur noch schmunzeln können. Da liegen eben mehr als 20 lange Jahre dazwischen.

 

Heutzutage erwartet man, daß die Datensicherungs-Software auf allen Betriebssystemen und Servern gleichermaßen Nachts vollautomatisch und absolut sicher "alle Daten" sichert und am nächsten Morgen ein "OK Protokoll" anzeigt (oder auch die Fehler). Benutzer, die Dateien sperren, werden ausgeloggt und andere offene Dateien kurzzeitig geschlossen. SQL- oder Exchange- Datenbanken werden kurz eingefroren und dann laufen sie weiter oder die Daten werden online herausgezogen.

 

Das ganze muß natürlich "Operator frei" laufen und der Anwender darf gar nicht merken, daß da Nachts etwas war.

Und kosten soll es natürlich auch alles möglichst wenig.

Das alles beißt sich natürlich, denn diese Software muß vom Konzept ausgeklügelt sein bis zum "geht nicht mehr". Und "irgendwer" soll sie auch kontinuierlich an neue Betriebssysteme, neue Hardware und neue Anforderungen anpassen. Es sind nur ein paar mehr als 5 Firmen übrig geblieben, die sich diesen vermeintlichen Kuchen aufteilen. Die für den normalen Netzwerkbetreiber bekannten Produkte mit all ihren Macken sind Backup Exec und Arcserve, weil sie auch erschwinglich sind.

 

Es gibt da noch ein paar sicherlich bessere Spezialisten für den absolut ausfallsicheren Betrieb, jedoch tummeln die sich jenseits unserer Preisvorstellungen und unserer finanziellen Möglichkeiten. Neu für uns ist hingegen winTARscsi 2.3, wovon Sie eine Demo runterladen können.

 

Dazu beschäftigen wir uns intensiv mit den neuen Linux Distributionen von Suse, Debian und anderen.

Und dann gibt es da noch die Test Software,

wenn die Hardware real oder scheinbar streikt. Diese wird meist von "interessierter Seite" kostenfrei angeboten. Die Hersteller wissen schon, wie extrem negativ (und kaufentscheident) es sich auswirkt, wenn der Admin stundenlang einen Fehler am falschen Ende sucht und auf einen renomierten Hersteller schimpft. Meist ist es eigene Dusseligkeit, das können wir absolut aus eigener Erfahrung sagen. Das ist nichts Negatives, Sie und wir können nicht alles und sowieso immer alles im Voraus wissen. Dafür ist die Materie inzwischen viel zu komplex. Nur die Chefs verlangen uns das Genie ab.

 

Zurück zu unseren DLT Laufwerken, diese laufen also recht stabil und zuverlässig. Die Firmware ist recht ausgegoren und meist auch einfach zu erneuern.

Die Einzel-Drives und die Loader-Drives sind eigentlich dieselben, nur der Mechanismus zum Einlegen der Bänder (das ist z.B. der vordere Kunststoffaufsatz) ist modifiziert und manche Loader haben keinerlei LEDs oder Lämpchen mehr und auch keine Knöpfe. Die Firmware muß demnach nicht auf die manuellen Eingaben reagieren, sondern nur mit der Loader Elektronik kommunizieren (eine serielle V24 Verbindung) und wird dadurch noch besser. Ein Austausch zwischen diesen beiden Typen geht zwar (bedingt = also nicht immer), ist aber nicht so einfach.

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