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DLT-Drive-Firmware

Die Firmware ist das "Highlight" oder auch der eigentliche Software Knackpunkt der DLT Technik. Es gibt sehr wenig Informationen, was dort wirklich abgeht. Zum Glück geht es super gut ab. Und eigentlich ist diese Software über die Jahre ausgereift.

Das Laufwerk hat nur 2 Motoren . . . und weiter nichts

und damit muß das Band absolut schlaufenfrei gewickelt und gezogen werden. Die Betonung liegt auf "absolut" schlaufenfrei. Es gibt keine Ausgleichhebelchen oder Backenbremsen oder Bremsbänder. Alles muß die Software (also die Firmware) machen. Und die Mechanik kennt keine Gnade, es muß also immer und unter allen Umständen funktionieren.

Das alles (und noch mehr) macht die Firmware auf dem Drive-Board.

Firmware Update - warum ?

Die Logik der Bandbewegung (also des Transportes) ist sicher ausgegoren und perfektioniert in den langen Jahren seit 1984. Die Technik der magnetischen Aufzeichung hat sich stetig verbessert und wird im Prinzip analog gesteuert fast so wie bei den alten Tonbandgeräten. Und da läßt sich der Schreibstrom in den Schreibköpfen und die Leseverstärkung der Leseköpfe sehr feinfühlig einstellen. Bei den DLT Laufwerken sollte man die Firmware immer auf die letzten Revisionen verbessern, so jedenfalls unsere Erfahrung.

Die Motorensteuerung - ein Beispiel :

Das Band ist drinnen, halb auf- oder ab- gewickelt und der Stom fällt aus. In der kleinen Motorenkunde haben wir dargestellt, daß Servo-Motoren künstlich gebremst und blockiert werden müssen, sonst drehen sie einfach unkontrolliert weiter, bis irgendwann der Schwung weg ist.

 

Es könnte sich also eine Schlaufe unbekannter Größe abgewickelt haben. Beim Einschalten wird daher per Lichtschranke geprüft, ob überhaupt eine Kassette im Laufwerk ist und ob dort bereits Band abgewickelt wurde. Wenn das der Fall ist, wird der Aufwickelmotor mit wenig Strom zum langsamen Drehen (zum Aufwickeln) veranlaßt, wirklich ganz ganz langsam.

Mit Hilfe des Tacho-Generators (auch Geschwindigkeitssensor genannt) wird gleichzeitig die Bewegung und Geschwindigkeit dieser Umlenkrolle abgefragt. Bewegt die sich nicht, könnte das Band gerissen sein. Oder die Schlaufe ist sehr groß. Also wird dieser Vorgang eine Zeit lang wiederholt.

 

Irgendwann muß sich die Umlenkrolle dann doch drehen (weil die Lichtschranke ja ein Band gemeldet hatte.). Es ist also Band da, und es wird aufgewickelt, das Laufwerk weiß aber (noch) nicht, wo das Band gerade steht. Es wurde auch das Loch noch nicht entdeckt, also weder Band-Anfang noch Band-Ende.

 

Wenn also nach wiederum einer geraumen Zeit des (vorwärts-) Wickelns kein Loch erkannt wurde, wird die Drehrichtung umgekehrt und langsam zum Band-Anfang zurück gespult, sehr langsam, damit es im Notfall nicht knallt. Die Steuerlogik wartet auf das Loch im Leader 2.

 

Erkennt die Lichtschranke jetzt das erste Loch, ist die Position "Beginn of Data-Tape" erreicht. Jetzt weiß die Steuer-Logik, wo das Band ist. Jetzt wird etwas schneller bis zum Beginn of "Tape-Init-Area" gespult und jetzt erst wird der Kalibrierungs-Prozess gestartet, den Sie mit dem Knurren, Schnarren oder Rappeln wahrnehmen.

Jetzt kann es immer noch 4 oder mehr Minuten dauern, bis die Firmare weiß, um welche Type von Band es sich handelt, bzw. welches Format zuletzt initialisiert wurde.

 

Wenn Sie also in einem DLT-7000 ein mit 20Gig beschriebenes Band einlegen, werden der Reihe nach 35gig mit Kompression, dann ohne Kompression durchprobiert usw. bis zum bitteren Ende, es könnte ja ein (nur) 2,6 Gig Band sein. Oder es könnte ein völlig leeres bzw. neues Band sein. Damit nichts Vorhandenes überschrieben wird, wird alles geprüft.

 

Und das kann dauern.

 

Und danke für ihre Geduld, diesen Text hier zu lesen.

 

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