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Groß und stark sahen die TK50 damals schon aus.

Wer solch ein Teil auf seinem Schreibtisch hatte, ja, der war was in der EDV- Welt. Datensicherung mit echten 95MB Bändern, das war der Zeit weit voraus.

 

Daß das "kleine Ding", es war ja aus heutiger Sicht ein dicker Watz, daß der damals noch 160 Watt schluckte (heutige DLT-7000 wollen 28 Watt + Lüfter + Netzteil = 50Watt sehen), hatte niemanden gestört. Es hatte funktioniert. Übrigens, das Laufwerk selbst brauchte nur 33 Watt.

 

Auf der Rückseite sieht man, die hatten nachgedacht, die dicken SCSI Stecker waren senkrecht und platzsparend oben in der Rückwand versenkt eingebaut. Man konnte es wirklich platzsparend nahe an die Wand stellen.

Ein paar interessante Daten rund um das TK50

Hier noch ein paar gesammelte Detail- Informationen von befreundeten Experten:

Das TK50 wurde Februar 1984 (kurz vor der berühmten MicroVAX II) angekündigt und hatte von Anfang an 95MB Kapazität. Es war somit das erste DLT-Laufwerk überhaupt. Es gab eine ganze Vielfalt von TK50 Versionen mit verschiedensten Interfaces, z.B. das TK50-AA, TK50-D, TK50-R, TK50Z-GA.

 

Das TK70 kam 1987 heraus, zusammen mit den 3500er/3600 MicroVAXen. Das flachere TZ30 kam dann 1989 nach dem TK70 und zwar zeitgleich mit der VAXstation 3100. Das TZ30 war (vermutlich auf Grund der gedrängten Bauweise) bei weitem nicht so zuverlässig wie das TK50.

 

Als Vorläufer des TK50 könnten die großen Streamer- und Start/Stop-Bandlaufwerke von DEC, z.B. das TU81 (Streamer) und das TU79 (Start/Stop) gelten.

 

Mehr über die Chronologie der DEC Typen steht auf der DLT Spec Seite.

Etwas zur Nomenklatur der TK50/TK70-Laufwerke:

Der zweite Buchstabe steht immer für das Interface. TK50 und TK70 haben einen DEC proprietären seriellen Bus an dem entsprechenden QBUS-Controller (TKQ50 oder TKQ70) verwendet. 'K' ist also "ganz alt" und kein SCSI !!.

 

Das 'Z' steht immer für das SCSI-Interface. Dies gilt auch für die DEC-Festplatten. Das 'F' hingegen bezeichnet das DSSI-Bus-Interface. DSSI ist eine deutlich aufgebohrte und verbesserte (z.B. multi-host-fähige, also gut zum Clustern geeignete) an SCSI angelehnte Schnittstelle. Auch das gibt es bei den DEC Festplatten.

 

Also: TK ist QBus, TZ85 ist SCSI, TF85 ist DSSI.

 

Dann noch was zum TZ30. Das TZ30 ist deutlich später als das TK50 erschienen. IIRC erst in den 90ern. Es war voll kompatibel mit 95MB zum TK50, hatte jedoch nur halbe Bauhöhe und ein SCSI-Interface wie das 'Z' andeutet. Als "Billigversion" war es des öfteren in den Einstiegsservern der "MicroVAX 3100"-Familie zu finden. Und: Die VAXen konnten schon immer vom MagTape booten. Anders als PCs.

 

Ansonsten: nochmal Danke für die überaus informative Website. Ich hätte sie gerne komplett zum Download, damit ich sie in meinem mittlerweile über 20GB grossen Datenbestand zu alten elektronischen Geräten sichern könnte. Natürlich auch auf DLTs.

 

Soweit aus einer Mail eines DEC Experten aus alter Zeit.

DEC Open Reel und DLT Kassetten im Vergleich :

Typ

Gewicht

Dichte [bpi]

Kapazität

Leistung

Preis [Stand 1989, in DM]

TU79

286kg

6.250

140MB

3.700W

DM 151.100,-

TU81

106kg

6.250

140MB

500W

DM 72.890,-

ab hier war dann die Open Reel Technik zuende

TK50

2,3kg

6.667

95MB

36W

DM 8.064,-

TK70

2,3kg

10.000

296MB

40W

DM 13.250,-

Der nur halb so hohe Nachfolger des TK70, das TZ30 z.B. verbrauchte nur 33 Watt, lief mit 75 ips (inch per second) und hatte eine "raw transfer speed" also netto von 62.5 kilobytes/s bei 95 megabyte capacity ohne compression.

 

62,5 KB/s war Diskettengeschwindigkeit, DAT schrieb später mit 350KB/s, das DLT 2000XT schreibt mit 1,5MB/s und ein DLT-7000 schreibt mit ca. 5MB/s. Und die Magnetbänder hießen damals noch Compac-Tapes, erst später wurden sie zu DLT umbenannt.

 

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