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Wann und warum stirbt ein DLT-Laufwerk ? (2)

Es kommt doch öfter vor, als wir vermutet hatten, auch ein DLT Laufwerk kann sterben. Wie beim alten VW Käfer - irgendwie bekommt man ihn dann doch kaputt.

Dies ist Teil 2 der Zutaten zu einem DLT Laufwerk.

Bitte beginnen Sie mit Teil 1. Dort stehen die wichtigen Komponenten wie z.B. die Servo-Motoren.

Der massive Druckguss- Kopfträger mit den Umlenkrollen.

Bisher haben wir nur ganz wenige Laufwerke in die Finger bekommen (in 2003), bei denen schon ein Kugellager- Laufgeräusch vernehmbar war.

Nachtrag 2005: es häufen sich die Lagerschäden bei ganz alten und auch bei recht neuen Laufwerken. Bei der Dimensionierung dieser Kugellager dürfte das nicht vorkommen.

 

Jede der 6 Umlenkrollen wird mit zwei Kugellagern geführt, kann also nicht verkanten wie bei billigen CPU Lüftern mit nur einem Kugellager. Dennoch, man hört, wenn ein Lager "ausläuft", also die (Dauer-) Schmierung zu Ende geht und irgend eines ist immer das Erste. Man hört es nicht im EDV Keller oder in einer Library. Dazu ist es wiederum zu leise bzw. das Umfeld dort zu laut.

 

Gefährdet ist die letzte Umlenkrolle vor der Kassette, an der hängt der Bewegungssensor (= Tachogenerator). Und wenn diese Rolle nicht mehr leichtgäng dreht, bekommt die Elektronik lauter Murks gemeldet. Also lange, bevor die Bänder gefährdet sind, streikt das Laufwerk. Die Motoren haben vollen Strom und der Sensor meldet "keine Bewegung" des Bandes. Das führt zum Abschalten und das gesamte System geht in den Fehlermodus. Und natürlich: das Band bleibt drinnen. Jetzt brauchen Sie einen Profi.

ein DLT-7000 Kopf

Der Magnetkopf.

Der Magnetkopf ist die sensibelste Einheit des Laufwerkes, obwohl er einfach und robust aufgebaut ist. An ihm "schleift und reibt" das Band vorbei, auch beim Rück- und Umspulen. Er wird auch noch mit einem Spindelantrieb rauf und runter gefahren. Wenn der Magnetkopf älter wird, lagert sich immer mehr Staub als Staubkruste an den Rändern ab und er muß öfter gereinigt werden.

 

Die DLT-Reinigungsbänder sind unseres Erachtens Makulatur. Das ist grob gesagt Schmirgelpapier in aufgewickelter Form. Der Kopf wird dadurch nicht besser. Und die trockenen Staub- Ablagerungen des Band-Abriebes werden meist nur verschoben und nicht abgetragen und dann nach draußen mitgenommen.

 

Jetzt kommt die Erfahrung mit unseren guten alten Tonband- geräten aus der Edel-Hifi Ära zum Tragen. Vor 20 Jahren haben sich die Experten DINA4 Seiten lang gestritten, ob Alkohol oder Spirtus oder Whisky besonders gut zum Reinigen der damals sehr teuren Tonköpfe geeignet war, ohne das Kunstharz bzw. den Kleber aufzulösen, denn Kratzen darf man da nicht. Wir wollten ja vor allem den sauberen edlen Super-Hifi-Sound haben.

 

Aber Achtung, das ist nur etwas für den versierten EDV- oder Hifi- Techniker. Das DLT-Laufwerk muß ausgebaut werden und geöffnet werden. Mit einer Spiritus Flasche und mehreren "mehr oder minder harten" Reinigungs-Papier Blättern (andere nennen das Haushaltstücher) bewaffnet geht es an die Arbeit.

 

Diese Arbeit ist nicht mehr trivial. Das Weitere beschreiben wir auf einer anderen Seite. Wenn Sie das DLT-Laufwerk also "naß" reinigen, dann bitte auch gleich den Leader austauschen. Wenn man das Gerät sowieso offen vor sich hat, ist das auch kein Geheimnis mehr.

 

Natürlich machen wir so etwas auch und lassen vor allem danach das Laufwerk mit mindestens 4 Gigabyte (jeweils 4 Giga schreiben + lesen) probelaufen. Aber im Prinzip könnte das jeder mit etwas mechanischem Fingerspitzengefühl.

Die Elektronik Platine.

Hier steckt das Gehirn des DLT-Laufwerkes, die Prozessoren, der Pufferspeicher, der Stac Kompressions-Chip und die Motor-Steuer-Logic und die SCSI-Schnittstelle und natürlich der Flash-Speicher mit dem Programm des Laufwerkes, der Fachmann sagt "die Firmware". Alles ist fest aufgelötet, mehrere tausend "Beinchen" und damit nicht austauschbar.

 

Das hat Vor- und Nachteile. Dem Vorteil, keine Wackel-Kontakte zu haben, steht der Ausfall eines Bauteils entgegen.

 

Und dann gibt es da noch die "Component life time" zu beachten.

Unser Testsystem-Lüfter

Die Luft muß über die Platine und an den Motoren vorbei blasen. - Immer !!

 

 

 

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